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Der Beginn der Lenzinger Kinderfreunde


Als kurze Vorgeschichte zur Entstehung der Kinderfreundebewegung in Lenzing können die von den sozialistischen Frauen organisierten und durch Jahre regelmäßig durchgeführten Veranstaltungen herangezogen werden. Frei von Zwang und Drill, die in der Zeit des Faschismus in oft schon militanter Form die Freizeitgestaltung der Jugend prägten, entstanden nach dem 2. Weltkrieg in unserem Land stärker als je zuvor die Kinderfreunde-Ortsgruppen.

Das Interesse der Jugend nach einer Zusammenkunft zum Spielen oder zu anderen Freizeitbeschäftigungen wurde erkannt und von Kindern und Eltern herbeigesehnt. Franz Auracher sen. suchte Mitarbeiter für verschiedene Zweige der Freizeitbeschäftigung der Kinder. Bald wurde gemeinsam gesungen, getanzt, Spiele durchgeführt, Bastelstunden veranstaltet und Ausflüge organisiert. Räumlichkeiten in einer Baracke des Jugendlagers wurden als Orte für Zusammenkünft freigemacht. Es standen dort damals drei Baracken, die als Notwohnungen dienten. An ihrer Stelle befindet sich jetzt der Kindergarten in der Atterseestraße. In diesen Baracken hat man sich gerne zu gemeinsamen Stunden, meist nach Interessensgebieten gesteilt, getroffen, nur die Platzverhältnisse waren karg. Nach einer überstandenen Bewährungsfrist stand es fest:


In Lenzing muss eine Kinderfreunde-Ortsgruppe gegründet werden.


Aus den Mitgliedskarten von Franz Auracher sen. ist als Gründungsdatum der 1. Oktober 1047 zu ersehen. Durch das Ableben von Franz Auracher sen. im Dezember 1948 übernahm Mathilde Steiner die Funktion der Obfrau. Mathilde Steinder vermochte als neue Obfrau die Zeichen der Zeit wahrzunehmen und mit bewundernswertem Einsatz die gesamte Vereinsarbeit zu beleben. Das lokale Vereinsleben erweiterte sich auf die Ferienlager der Österreichischen Kinderfreunde in Döbriach und Ferlach in Kärnten sowie in Obertraun/Dachsteingebiet in den Jahren 1949 bis 1951. In dieser Zeit eröffnete sich der dringende Bedarf eines eigenen Heimes, dessen Realisierung ein Gebot der Stunde wurde.


Arbeiter- und Kinderheim


Für die Bewältigung des ständig wachsenden Vereinslebens entschlossen sich Vereinsfunktionäre zum Bau eines Heimes in der Max-Winter-Straße. Baubeginn war im Jahr 1950 und am 1. Mai 1951 fand die Eröffnung statt. Es war eine Großtat der Kinderfreunde, die mit vielen freiwilligen Helfern dieses Bauwerk schufen. Als es auf allen Linien zu klein wurde, kam es zu einem Ausbau, in dem eine moderne Gaststätte etabliert wrude. Durch den Strukturwandel in der Gastronomie kam der schöne Komplex  mit der Gebarung immer mehr in die Verlustzone. Die Gemeinde erwarb das Haus für die Errichtung eines Kindergartens. Die Kinderfreunde erhielten als Vereinsheim Räumlichkeiten im Kellergeschoß des Kinogebäudes als Pachtobjekt im Verrechnungsweg mit dem Kaufpreis des ehemaligen Kinderheimes mit einem 100-jährigen Benutzungsrecht.


Beginn der Lenzinger Ferienlager


In der Ortsgruppe Lenzing entstand die Überlegung, neben den schon erwähnten Ferienlagern, für  Lenzing eine eigene Ferienaktion ins Leben zu rufen. So entstand der erste Sommerlager in einer Almhütte unterhalb des Rettenkogelgipfels in der Nähe von Strobl am Wolfgangsee im Jahr 1952. Mit etwa 20 Kindern wurde die Hütte bevölkert. Lagerleiter war Josef Bruckmüller, Betreuer waren Grete Krämer und Raimund Jurkowitsch. Die Küche wurde von Adolfine Bruckmüller und Erne Jurkowitsch bewältigt. Es war ein sehr abenteuerliches Lager. Das Wasser für die Küche sammelte man aus einer nicht ganz nahe gelegenenQuelle", die es nur tropfenweise in eine Betontonne freigab. Innerhalb eines Tages erhielt man so die für die Küche gerade erforderliche Menge. Bedarfsgegenstände und einige haltbare Lebensmittel wurden bei der Errichtung des Lagers von Tragtieren zur Hütte gebracht.